Mit Glück nach Südafrika
Nach Afrika zum jagen, ich niemals….. !
So oder ähnlich war meine Aussage beim diesjährigen 19 ten Pirsch Schiessen mit Kombinierten Waffen, als die Ziehung der von Ingeborg und Dirk Lempertz gestifteten Jagdreise auf deren Game Lodge „Klein Bolayi“ kurz bevorstand. Und alle die am Tisch mit mir saßen können das bestätigen.
Als dann das kleine Mädel in die Lostrommel griff und anschließend aus dem überwiegend Süddeutschen Teilnehmerkreis jemand gesucht wurde der mit Vornamen Henning heißt, ist es mir warm und kalt gleichzeitig geworden.
Nichtsdestotrotz begannen mit diesem Zeitpunkt die Vorbereitungen meiner ersten Jagdreise ins Ausland; verschiedene Fragen galt es zu beantworten, wann, wie, mit welcher Fluggesellschaft, welche Impfungen und was da nicht alles zu klären war. Aber am 20 August war es dann soweit und ich begann meine Reise ins Ferne Südafrika. Alles in allem dauerte die Anreise über Dubai angefangen von zu Hause ca. 31 Stunden verbunden mit allen möglichen Wartezeiten. Bei einem Direktflug hätte ich zwar etliche Stunden gespart aber dafür mehr als das doppelt an Kosten gehabt.
Der Empfang in Polokwane am Flugplatz durch den deutschsprachigen Berufsjäger Frank war freundlich und nach zwei Autostunden auf der N1 Richtung Messina waren wir am Ziel unserer Reise der Game Lodge Klein Bolayi.
Die Lodge ist sehr idyllisch am Fuße des kleinen Bolayi, einem riesigen Granitfelsen, gelegen und besteht aus etlichen kleinen Bungalows und den dazugehörigen Nebengebäuden die keinen Luxus vermissen lassen.
Am folgenden Tage ging es zunächst mit dem englischsprachigen Berufsjäger Roger und dem Tracker Pete zum nahegelegenen Schiessstand um die obligatorischen Probeschüsse abzugeben, die Blaser R 93 schoss gewohnt gut und damit konnte das Jagen beginnen. Bereits nach kurzer Zeit kam Wild in Anblick wobei es aber am heutigen Tag im wesentlichen um Blue Wildbeest und Impala gehen sollt. Eine ca 1 ½ stündige Pirsch hinter einem Blue Wildebeest Bullen blieb erfolglos und so erreichten wir gegen 1100 Uhr wieder die Lodge zur Mittagspause.
Am Nachmittag wurde dann zur ca 7 km entfernten Farm Groß Bolayi gewechselt die bezüglich der Vegetation wesentlich anspruchsvoller war als der Teil welcher am Vormittag bejagt wurde, Sichtstrecken zwischen 10 und max. 80 bis 90 m im Busch erforderten ein geschultes Auge was Roger eindrucksvoll bewies.
Beim abschließenden Ansitz hatte ich dann Waidmannsheil auf mein erstes Stück afrikanischen Wildes als uns ein Warzenschwein Keiler anwechselte der nach gutem Schuss lag.
Auch am folgenden Tag führte uns der Weg und natürlich Roger nach Groß Bolayi um wiederum nach den noch ausstehenden zwei Wildarten zu schauen und zu pirschen. Nach gründlichem abfährten mit dem Pick Up begannen wir gegen halb neun eine spannende Pirsch die uns Anblick von Oryx, Zebra, Eland sowie Blue Wildebeest und Impala brachte. Wir folgten bereits einige Zeit einem Rudel Blue Wildebeest als Roger auf einmal nach links deutet und mich aufforderte zu schießen, bis dato hatte ich noch nicht registriert das dort ein Rudel Impalas stand, welches im Begriff war abzuspringen. Nichtsdestotrotz glückte der Schuss auf ca 80m auf einen halb spitz stehenden Bock, der aber noch zwei weitere Fangschüsse benötigte. Wieder einmal ein deutliches Zeichen für die Schusshärte des afrikanischen Wildes denn der erste Schuß saß auf dem Stich mit Ausschuss hinter dem Blatt, und das beim schweren Norma Oryx Geschoss aus der 9,3.
Am Nachmittag erneutes abspüren mit dem Entschluss den Anstand am selben Platz wie gestern zu wagen, auch hier kamen Duiker, Impala sowie Giraffe und Streifengnu in Anblick, aber der Schuss auf einen reifen Bullen wollte nicht glücken sodass wir unverrichteter Dinge wieder zum Rückmarsch starteten. Und wollen wir mal ehrlich sein, ein Stück Wild pro Tag ist auch genug und die Eindrücke wollen auch erst einmal verarbeitet sein.
Der dritte Jagdtag begann gewohnt mit sehr kühlen Temperaturen am Morgen die aber sehr zügig anstiegen, das Zwiebelschalenprinzip hatte sich wieder einmal bewährt, und so hatten wir den ganzen Tag über guten Anblick und genossen den Aufenthalt in vollen Zügen. Ein hervorragendes Mittagessen in der gemütliche Lodge stärkte uns für neue Taten am Nachmittag wo wir uns nach täglichem Anblick des ersehnten Blue Wildebeest wieder am Anstand einfanden. Heute wechselte schon frühzeitig ein starkes Rudel Impalas durch den rechts von uns liegenden Busch aber bevor diese auswechselten um meinem Bekannten Markus die Möglichkeit zu einem Schuss zu geben, hatten sie Wind bekommen und sprangen ab. In der Dämmerung wechselte ein Rudel Streifengnus zum Wasserloch welches allerdings nur aus Kälbern und weiblichen Stücken bestand. Sollte heute der erste Tag ohne Waidmannsheil sein? Nein, im letzten Licht wechselt noch ein einzelnes schwarzes Stück von links zum Rudel, Roger gibt das Zeichen zum Schiessen und Sekunden später fällt der Schuss. Eine Nachsuche im Dunkeln ist im Busch zu gefährlich so das ich mit ungewissem Gefühl (ich war gut abgekommen) zurück zur Lodge fahren muss.
Die Nachsuche am nächsten Morgen fällt sehr kurz aus denn der Bulle liegt ca 20m neben unserem Anfahrtsweg unter den Bäumen, und hatte am Abend nur noch eine Fluchtstrecke von ca 50 m zurückgelegt.
Nun galt es Markus auf seinen Impala zu Schuss zu bringen, aber es wollte und wollte nicht glücken, sodas wir alles auf eine Karte setzten mussten und am Abreisetag noch eine Morgenpirsch bis maximal 1000 Uhr eingeschoben haben. Roger garantierte das er >ihn um 0700 Uhr auf einen Bock zu Schuss bringen würde, und tatsächlich mit 20 minütiger Verspätung lag auch hier ein Impala mit gutem Schuss und einer ansprechenden Trophäe.
Für uns hat sich bei diesem zwar sehr kurzen aber doch sehr eindrucksvollen Aufenthalt bei Familie Lempertz sehr deutlich gezeigt das einem auch in Afrika das Wild nicht vor das Bett oder über die Schuhe läuft sondern das man auf das hervorragende Gespür der Berufsjäger und die eindrucksvollen Organisation im Hintergrund angewiesen ist.
Vielen Dank an alle die an der Organisation dieser Reise beteiligt waren, besonders aber an Dirk und Ingeborg Lempertz für eine herzliche Aufnahme in Ihrem Kleinod am Fuße des kleinen Bolayi.
Ort:
Mesina
Land:
Südafrika
Kommentare
xxlteam wrote 22-02-2008: Bilder wären noch besser
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