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xxlteam
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Samstag, 04. Juni 2011 09:16:49
„Die Jagd ist aus Tierschutzsicht nicht zu rechtfertigen“
ESSLINGEN/MüNCHEN: Der Arten- und Naturschützer James Brückner attackiert die Jäger scharf - Wildfütterung bedrohe das Gleichgewicht
Tierschützer kritisieren die Jäger teils vehement. Sie stellen grundsätzliche Aussagen wie die regulierende Wirkung der Jagd auf Wildbestände infrage, sie kritisieren die Wildfütterung und das Abschießen von Haustieren. Claus Hintennach hat sich mit James Brückner, dem Fachreferenten für Arten- und Naturschutz an der Akademie für Tierschutz in München, unterhalten.Hege und Pflege, das Regulieren des Wildtierbestands: Jäger schreiben sich hehre Ziele auf die Fahnen. Was stört Sie daran?
Brückner: Es besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Darstellung und dem Selbstverständnis der Jäger und dem, was tatsächlich draußen im Wald geschieht.
Mehr als 90 Tierarten dürfen laut Jagdrecht in Deutschland geschossen werden. Welche Tiere sollten nicht mehr gejagt werden?
Brückner:Aus unserer Sicht dürfen nur solche Tierarten im Jagdrecht verbleiben, bei denen das Ziel der Jagd auch erreicht werden kann. Es macht keinen Sinn, dass Tiere, die gefährdet sind, oder Arten, die gar nicht tierschutzgerecht bejagt werden können, weiter in der Liste stehen. Gerade bei Beutegreifern wie Fuchs und Waschbär ist die Dezimierung oder das Halten des Bestands durch die Jagd nicht zu erreichen. Und auch viele andere Tiere gehören nicht mehr ins Jagdrecht: etwa der Luchs, der Seehund, die Wildkatze, alle Greifvögel, verschiedene Gänse- und Entenarten, der Fischotter, aber auch Rebhuhn, Auerhahn und Wachtel, die teilweise auf der roten Liste in Deutschland stehen.
Die Jäger argumentieren damit, dass es auch um die Eindämmung von Tollwut und anderen Wildkrankheiten geht. Stimmt das nicht?
Brückner: Die Tollwut ist seit einigen Jahren in Deutschland komplett ausgerottet. Gerade bei Füchsen haben über Jahrzehnte hinweg geradezu Vernichtungsfeldzüge unter dem Mantel der Tollwutbekämpfung stattgefunden, die nie zur Reduzierung des Bestands geführt haben. Im Gegenteil: Bei den Fuchsbeständen ist eher eine Zunahme zu beobachten, obwohl jedes Jahr in Deutschland über eine halbe Million Füchse geschossen werden. Die Tollwut wurde erst über das Auslegen von Impfködern ausgerottet. Jetzt wird der Fuchsbandwurm als Argument genannt. Dessen Übertragung auf den Menschen ist aber sehr, sehr gering. Und auch hier gibt es bereits Versuche mit Impfmaßnahmen, die aus unserer Sicht viel erfolgversprechender sind.
Der Tierschutzbund sagt, dass jährlich mehr als 100 000 angeblich wildernde Katzen und mehrere Tausend Hunde geschossen werden. Wie kommen Sie auf die Zahlen?
Brückner: Leider geben lediglich vier Bundesländer - Hessen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein - Zahlen an die Öffentlichkeit. Wenn man diese auf ganz Deutschland hochrechnet, dann kommt man zum Beispiel auf weit über 100 000 Katzen, die geschossen werden. Die Dunkelziffer muss aber sehr hoch sein, weil nicht jeder Fall gemeldet wird. Wir gehen nach unseren Erfahrungen davon aus, dass nur 50 Prozent gemeldet werden. In jedem Fall sind es viel zu viele.
Sie kritisieren auch die Wildtierfütterung. Warum?
Brückner: Es ist nicht einzusehen, dass man den Wildbestand künstlich hoch hält, nur damit entsprechende Trophäen geschossen werden können. Vielerorts sind etwa Wildschweine mit Tonnen von Mais regelrecht gemästet worden, ohne dass das über die Abschusszahlen an den Futterstellen gerechtfertigt ist. Wenn man füttern will stellt sich auch die Frage, warum werden nur Rehe und Wildschweine gefüttert und nicht auch alle anderen Tiere. So wird das Gleichgewicht in der Natur erheblich verschoben.
Was kritisieren Sie sonst noch? Welche Forderungen stellen Sie?
Brückner: Die Fallenjagd kann erhebliches Leid zufügen, weil nicht alle Tiere sofort tot sind. Beim Schrotschuss haben wir etwa bei Gänsen das Problem, dass sie nur verletzt werden, entkommen und dann elendig zugrunde gehen. Es wird teilweise noch mit Blei geschossen, was bei angeschossenen Tieren zu Bleivergiftungen führen kann. Wenn einer der erheblich bedrohten Seeadler solche Tiere frisst, stirbt auch er. Eine Jagdhundeausbildung, bei der beispielsweise Enten so manipuliert werden, dass sie nicht wegfliegen können, ist ebenfalls zu beanstanden. Die Beizjagd, also die Jagd mit Greifvögeln auf verschiedene Tierarten, ist noch zu nennen. Das ist aber nicht alles. Es ist ein erheblicher Katalog an tierschutzwidrigen Methoden, bei denen wir massive Probleme sehen.
Fordern Sie den völligen Verzicht aufs Jagen?
Brückner:Bei uns gilt der Grundsatz, dass man Tiere nur mit einem vernünftigen Grund töten darf - etwa schwer verletzte beziehungsweise kranke Tiere. Oder wenn tatsächlich Populationen von einzelnen Tierarten oder Ökosysteme gefährdet sind. Dann könnte das Jagen von anderen Tierarten unvermeidlich sein. Aber in der derzeitigen Form, mit den weitreichenden Befugnissen für Jäger und dass sie für viele ein sportliches Ereignis ist, ist die Jagd aus Tierschutzsicht nicht zu rechtfertigen.
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Eduard56
Mitglied seit: 30.03.2010
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Samstag, 04. Juni 2011 14:41:29
Re: „Die Jagd ist aus Tierschutzsicht nicht zu rechtfertigen“
Das alte Thema, aber beide haben teilweise Recht.
Mehr als 90 Tierarten mögen im Jagdrecht stehen, doch viele davon sind geschützt.
Gerade der Schutz von Beutegreifern wie Fuchs und ähnliche würden viele Landwirte gegen die Jadg einnehmen, weil gerade die Nutztierhalter von uns verlangen, daß wir Raubwild um Stallungen bekämpfen. Deshalb sollte man sie nicht ausrotten, aber auf ein verträgliches Maß reduzieren.
Das Länder wie NRW, Hamburg und Schleswig als Berechnungsgrundlage für den Abschuß von Haustieren genutzt wird ist falsch. Gerade diese Länder sind Niederwildländer und bejagen wildernde Haustiere mehr. Hochwildreviere und Bergreviere haben da kein Interesse. Aber warum dürfen Katzen einfach Freiläufer sein, ohne Chip, Versicherung, Halsband, Sachkundenachweis des Besitzers, Steuern usw. Viel Katzenbesitzer schaffen sich immer neue Katzen an, anstatt ihre zu kontrollieren. Das geht auch auf den Singvogelbestand und ans Jungwild. ich selbst hab schon eine Katze beobachtet, die ein Gesperre Fasanen gekillt hat und nur ein Küken mitnahm. 200 Meter weiter ließ sie es liegen und tötete noch 7 Küken um eins mitzunehmen. Kein Jäger mag Haustiere schießen, aber wenn sie einfach sich selbst überlassen sind, dann ist es anders.
Fütterung ist auch ein Thema. In welcher Zeit ist Not und wie gewöhnt man Wildtiere an Fütterungen? Wo ist es nicht notwendig, weil man nur die Trophäen im Revier halten will? Und wo ist es norwendig, um Wildtiere von Ackerflächen und Schonungen fernzuhalten? Oder soll der Jäger das Wild so dezimieren, daß kein Wildschaden mehr passieren kann. Das würde aber schon wieder den Leuten wiedersprechen, die weniger Jagd wollen.
Ein Revier zu betreuen hat nichts mit nur Ballern und Wände mit Trophäen volltackern zu tun. Es ist eine Wildbewirtschaftung, die auch Wildäcker, Anlage von Dickungen, Füttern in der Notzeit und Abschuß eng am Abschußplan verlangt. Das heißt, daß ich weniger schieß, wenn mir im Jagdjahr auffällt, daß durch Verkehr oder Krankheiten der Bestand schrumpft, oder auch mal überjage, wenn ich seh, daß Tiere im Sommer krank sind und die Erreger über den Kot auf allen Wechseln verteilen. Im Winter kann man Medizin ins Futter mischen, aber im Sommer geht nur Blei zum Schutz der gesunden.
Leider haben die Kritiker auch genügend negative Beispiele in den Reihen der Jäger, um uns anzugreifen. Aber auch die Landeigentümer sollten nicht nur drauf achten, wer die höchste Pacht zahlt, sondern wer das Revier am Besten bewirtschaftet. Jäger, die alle 9 Jahr das Revier wechseln, weil es leergeschossen ist, die haben wir genug. Vielleicht sollte man in jedem Hegering einen Berufsjäger einsetzen, der die Revierinhaber berät. Viele von uns wissen, wie man einen Fasan schießt, aber wie man ein Revier verantwortungsvoll betreut, daß wissen wenige. Ich wüßte es auch nicht, wenn ich nicht viel mit einem Wildmeister gejagt hätte, der mir viele Tricks gezeigt hat, nicht immer 100% legal, aber 100% fürs Wild und Revier.
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Fjth
Mitglied seit: 11.03.2012
Land/PLZ:: /26XXX
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Sonntag, 11. März 2012 09:31:32
Re: „Die Jagd ist aus Tierschutzsicht nicht zu rechtfertigen“
Hartliner Tierschützer nutzen die Unwissenheit des Volkes um altes Brauchtum TATSÄCHLICHEN Naturschutz kaputzureden, stehen teilweise mit dem Knüppel in der Hand dem Waidgesellen gegenüber, lassen in der Brut und Setzzeit Ihren Hund bei Waldspazietgängen laufen mit dem Argument " der hört aufs Wort"
Eine Lachnummer vor dem Herren ist das teilweise...
Es ist des Jägers Ehrenschild das der beschützt sein Wild, Waidmänisch Jagd wies sich gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.
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Bubu
Mitglied seit: 26.04.2012
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Donnerstag, 26. April 2012 11:58:00
Re: „Die Jagd ist aus Tierschutzsicht nicht zu rechtfertigen“
Eine halbe Million geschossene Füchse jährlich wären bei sowieso steigenden Zahlen nochmal 500000 Füchse mehr jedes Jahr, wenn keine Bejagung mehr statt findet.
Klar regelt die Beute auch den Jäger, das geht nur leider in bei Kulturfolgern nicht mehr auf.
Gibt es draußen nicht mehr genügend Nahrung wird der bestand nicht natürlich reduziert sondern die Tiere ziehen in die Städte und Räumen Mülltonnen aus, wohnen in Vorgärten und Dachböden, holen Haustiere oder Nutztiere weg, etc. Dafür gibt es schon jetzt genügend Beispiele...
Die Argumente vieler Jagdgegner sind leicht ausgesprochen oder gar nur nachgeplappert, aber wehe, wenn das Wild dich dann auf dem eigenen Grundstück herum treibt, dann soll der Jäger her, siehe Steinmarder, Waschbär, Fuchs, ... heute schon.
Was ich besonders traurig finde ist, dass ich einige Leute kennengelernt habe, die auf der einen Seite gegen die Jagd aus Tierschutzgründen wettern, sich aber im nächsten Moment das Billigfleisch aus dem Discounter reinziehen.
Wo ist denn da die Verhältnismäßigkeit? Wenn jeder bei sich selbst anfängt und dort alles stimmt, erst dann kann man sich mit den gleichen Argumenten anderen gegenüber stellen!
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