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Das gute alte Balistol!

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rüdemann

Mitglied seit: 02.10.2007

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 18

Mittwoch, 04. August 2010 12:01:35

Das gute alte Balistol!

Eines der ersten Produkte, mit der ich in meinem Treiber- und Jägerleben in Kontakt kam, war das gute alte BALISTOL. Unglaublich, für was, nach Aussage der alten Jäger, das Spray gut sein sollte. Hier nur ein paar Auszüge:

- Waffen reinigen
- vereiste / verrostete Türschlösser reinigen/öffnen
- Zechen entfernen
- desinfizieren
- Lack entfernen
- ...

also eben ein echtes Wundermittel. Welche Geschichten habt Ihr dazu?

************************************************

Zeit für die Jagd im Wald. Es ist Winter und kalt, vereist und verschneit, nur Spuren im Wind. Zeiten aus denen Geschichten sind, im moorigen Grund ein dunkles Rund, Heide und Holz Bruch, Wiesen und Felder verschwiegene Zeit, Träumen der Wälder

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Donnerstag, 05. August 2010 12:11:39

Re: Das gute alte Balistol!

Früher gab es nichts besseres. Ich kannte noch einen alten Weidmann, welcher vor dem harten Schüsseltreiben einen Schluck zur besseren Schnapsverwertung nahm. Keinesfalls darf es in Türschlösser und schon gar nicht in die Waffe (außer zur Laufreinigung und Außenbehandlung der Metallteile) genutzt werden. Es verharzt extrem und kann bei Frost zum Versagen der Kipplaufwaffe führen. Das Schaftholz wird von Balistol ausgelaugt.
Zecken entfernt man nie mit Öl oder anderen Flüssigkeiten, weil sie dann sofort in Panik ihr Sekret in die Bißstelle abgeben. Zum desinfizieren nimmt man an wirkungsvolles Spray oder ein spezielles Mittel aus der Flasche.
In der heutigen Zeit ist Balistol längst durch erheblich bessere Öle ersetzbar.

Gruß
Reiner

treiber64

12.35

Mitglied seit: 05.10.2007

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 52

Donnerstag, 05. August 2010 20:23:08

Re: Das gute alte Balistol!

Balistol war so beliebt, weil es eben als Allzweckmittel verstanden wurde. ICh nutze es auch, trotz der bekannten Nachteile, weil ich bis heute ablehne, viele verschiedene Mittel für Schaft, LAuf, etc. zu haben. Habt Ihr zufällig einen Tipp für ein besseres Allzweckmittel zur Waffenpflege?

Merci und WmH

Treiber64

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Freitag, 06. August 2010 13:55:34

Re: Das gute alte Balistol!

Für die Waffenteile in Metall nutze ich Knochenöl (harzt nicht) und für den Schaft Leinöl aus der Apotheke. Einmal im Jahr werden die Läufe mit Robla SoloMIL-Laufreiniger von Rückständen (Abrieb) befreit. Danach mit Knochenöl (Weißöl) durchgezogen.

Gruß
Reiner

Eduard56

96.75 96.75 96.75

Mitglied seit: 30.03.2010

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 348

Samstag, 07. August 2010 08:55:14

Re: Das gute alte Balistol!

Wenn der Teckelfan auch viele Fehler von Balistol aufgeführt hat, so war es doch damals das Beste auf dem Markt. Und auch heute, wenn man nicht 6 verschiedene Helfer will, ist Balistol noch gut. Das einzige schlechte war, daß man fast keine Luft mehr bekam, wenn man im kleinen Kämmerchen mehrere Waffen putzte. Trotz regelmäßigem Gebrauch ist bei mir nie eine Waffe verharzt. Lag vielleicht dran, daß ich die Waffen beim Putzen so weit wie möglich zerlegte und überall Rückstände entfernte. Es ist eine der Diskussionen ( wie z. B. bete Waffe, bestes Kaliber, bester Hund, liebstes Wild), bei der man nie auf einen Punkt kommt.

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Samstag, 07. August 2010 16:36:07

Re: Das gute alte Balistol!

Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte einmal Balistol regelmäßig in den Lauf einer KL-Waffe sprühen, sodass es in das Schloss laufen kann. Dann bei minus 15 Grad zur Jagd gehen und seinen Lebenskeiler verlieren, weil der Krieghoffdrilling auch beim zehnten Versuch nicht abschlug. Das ist meinem Jagdfreund geschehen, welcher die Waffe noch keine 3 Wochen vorher (neu) erworben hatte.
Im Autoschloss kann man das Gleiche erleben.

Reiner

Eduard56

96.75 96.75 96.75

Mitglied seit: 30.03.2010

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 348

Samstag, 07. August 2010 16:57:34

Re: Das gute alte Balistol!

Das bei -15° fast jedes Waffenöl sich verfestigt, das ist klar. Unter Verharzen versteh ich aber mehr ein Verkleben durch längere Nutzung und Pulverrückstände. Ich hab alle Waffen mit Balistol geplegt, wobei ich es hauptsächlich für Lauf innen/außen, Gravur und ZF-Montage benutzt habe. Die Schlösser meiner Waffen hab ich nach der Jagdsaison auseinandergenommen, gesäubert, gefettet, montiert und wieder eingeschoßen. Ich hab auch nie so mit Öl das schloß eingesprüht, daß es ins Schloß eindringen konnte. Ich hatte nie Probleme, auch nicht bei Nachtansitzen im Winter.
Wenn nach 3 Wochen Probleme beim Schloß eines Drillings auftreten, dann liegt es nicht an den 3-5 mal putzen. Oft liegt es daran, daß Abstand Holz/Metall zu knapp ist und das Holz innen (zum Schloß oder zum Lauf) nicht gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Dann kann es vorkommen, daß der Vorderschaft sich anlegt und danach 30 cm Streukreis noch gut sind. Das Gleiche kann auch im Schloß passieren und die Mechanik blockieren. Der Büchsenmachen sagt dann zwar, daß es ein Pflegefehler ist, aber die Fehler sind behoben, wenn man beim Repetierer den Innenschaft am Lauf mehr ausschleift (dicker Edding und Schleifpapier) und es gegen neues Reagieren auf Feuchtigkeit schützt. Und man sollte nie ne Ölsardine aus einer Waffe machen.
Ich möchte dich hiermit nicht angreifen und auch Balistol nicht in den Himmel heben, aber zu der Zeit war es wie mit Windows: Windows ist Sch...., aber die beste Sche.... auf dem Markt.

8x68

12.67

Mitglied seit: 29.05.2007

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 48

Donnerstag, 12. August 2010 10:03:11

Re: Das gute alte Balistol!

Ich hatte mit Balistol auch nie Probleme, habe aber nie damit die Waffe eingesprueht, sondern ein Tuch und damit die Waffe gesaeubert. Damit konnte auch nichts ins Schloss eindringen!

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