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Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

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nighthunter

13.05

Mitglied seit: 29.05.2007

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 45

Montag, 30. August 2010 22:51:21

Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Hallo,

überlege mir, eine Kurzwaffe für die Nachsuche von Rehwild (insbesondere angefahren durch Auto / Verkehrsopfer) und Schwarzwild anzuschaffen.
Bei Rehwild finde ich es immer heftig, auf kurze Entfernung mit der Büchse zu schießen und abnicken ist für das Wild schon stressig!
Bei Sauen im Mais oder Dickicht kommt man mit der Langwaffe nicht so schnell rum.

Was ist Eure praktische Erfahrung mit Kurzwaffen - braucht man die wirlich und was würdet ihr dann anschaffen?

Nighthunter

Eduard56

96.75 96.75 96.75

Mitglied seit: 30.03.2010

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 348

Dienstag, 31. August 2010 10:48:49

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Als Kurzwaffe für Nachsuche ist ein Revolver im Kaliber .357Mag (verschießt auch .38 Spez) oder 44Mag. Ich würde nicht über 4 Zoll Lauflänge gehen, damit man die Waffe bequem im Holster unter der Jacke tragen kann. Ich hab zwar einen 44er mit 10Zoll Lauf, benutze ihn aber doch mehr für die Scheibe. Wenn man dann noch selber lädt, dann hat man noch die Auswahl zwischen verschiedenen Teilmantelgeschoßen mit unterschiedlicher Stopwirkung.
Der Vorteil des Revolvers ist, daß man ihn ohne Sicherung (obere Kammer der Trommel bleibt zur Sicherheit leer) im Holster tragen kann und im Fall eines Versagers schneller nachladen kann. Beim Revolver einfach den Abzug nochmal ziehen, bei der Pistole umfassen, Schlitten durchziehen, nochmal Abzug ziehen. Man sollte natürlich wie bei jeder Waffe den Umgang auf dem Stand kräftig üben.
Man sollte auch bei Rehwild das Abnicken am toten Stück regelmäßig üben. Ich schilder bloß die Standardsituation Verkehrsunfall mit Rehwild. Der Jäger kommt in grün mit Gewehr auf dem Rücken und alle schreien wieder: Der böse Jäger schießt das arme Bambi tot. Ich geh lieber normal in Jeans hin und sag den Polizisten, daß sie kurz die Leute ablenken sollen (z.b. Die Autos müssen da weg) und ich geh zu dem Reh und halt den Äser zu, bieg das Genick und nick es hab. Dann trag ich es zum Auto und sag noch: Dem konnt ich nicht mehr helfen. Kein Schuß, kein Lärm und der Tierfreund ist zufrieden. OK, Rot- oder Schwarzwild würd ich nicht unbedingt so behandeln. Leider ist selbst das Erlösen des Wildes durch den Jäger nicht gern gesehen. Deshalb müssen Situationen ab und zu anders "dargestellt" werden.

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Mittwoch, 01. September 2010 13:46:11

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Es ist sicher Ansichtssache, ob man für Nachsuchen eine Kurzwaffe benötigt. Ich habe in 40 Jahren bei vielen hundert erschwerten Nachsuchen nie eine solche vermisst. In vielen Ländern, wo ich auch Großwild nachsuchte, wären Kurzwaffen für Jäger ohnehin verboten gewesen. Es sollte doch zu denken geben, dass Schweißhundeführer seltenst eine KW mitführen, mir ist zumindest keiner der bestätigten Nachsuchenführer bekannt. Selbst im dichtesten afrikanischen Busch und Regenwald habe ich meine Langwaffe bestens einsetzen können.
Ich nicke auch kein Stück ab, sondern setze den Fang durch einen Stich mit dem Bajonett in die Kammer. Das kommt bei Verkehrsunfällen oder bei Situationen vor, wenn Hunde am Stück hängen. Die KW setze ich nur bei der Fallen- und Baujagd ein und dann reicht ein kleines Kaliber wie 6,35mm, .22Magnum oder .22lfb. Oft habe ich festgestellt, dass gerade Jäger, welche so gut wie nie Nachsuchen durchführen (meist haben sie noch nicht einmal einen wirklich brauchbaren Hund), die dicksten Nachsuchenwaffen besitzen - wofür ist mir allerdings nicht klar. Habt Ihr schon einmal einen Nachsuchenprofi mit BGS oder HS angefordert, welcher mit einer KW an der Seite erschienen ist? Kurze Nachsuchenbüchse und ein langes Abfangmesser sind neben brauchbarem Hund, Halsung und Riemen die wichtigsten Dinge.

Gruß und Weidmannsheil
Reiner

Eduard56

96.75 96.75 96.75

Mitglied seit: 30.03.2010

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 348

Mittwoch, 01. September 2010 18:09:52

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Das Abnicken bei Verkehrsunfällen mach ich nur, weil oft Zuschauer da sind, die beim Anblick eines Jägers mit Waffe durch negative Äußerungen die Situation bloß anheizen. Da möcht ich dann auch nicht mit Bajonett erscheinen. Da ist zivile Kleidung, eine kurze Ablenkung der Zuschauer durch Polizisten (wenn vor Ort) und ein kurzer Stich das Beste. Dann glauben die Zuschauer noch, daß man vielleicht Tierarzt ist der nicht mehr helfen konnte.
Ich kenn viele Nachsucher, die eine KW führen. Sie tragen sie aber verdeckt im Holster und nicht wie John Wayne sichtbar am Gürtel. In vielen Situationen reicht auch die Langwaffe für den Fangschuß, aber in echtem Dickicht, da ist alles über 50 cm unhandlich.
Obwohl in Canada der Besitz von KW für Jäger verboten ist, tragen dort sehr viele Guides eine Kurzwaffe, die in vielen Situationen (Nachsuchen, Übernachtung im Zelt usw.) der Büchse überlegen ist.
Für Fallenjagd ist natürlich eine .22 ausreichend, weil jede größere die Falle ruiniert.Man kann aber auch Raubwild in der Falle mit .38Spez Schrot erlegen. Somit wäre die .357Mag , die auch .38 verschießt eine Universalwaffe, die in jeder Situation passend ist.
Ob man jetzt Bajonett, normales Jagdmesser, KW, Büchse oder Flinte mit Brenecke oder Buckshot nimmt, ist nach Jäger und Situation unterschiedlich. Wobei alles auch geübt sein sollte. Ich hab schon Jäger gesehen, die hilflos dastanden, wenn Hase oder Fasan beim Aufheben noch lebten. Und wenn jemand Schalenwild nicht Abnicken mag, dann ist eine KW immer besser als das Tier leiden zu lassen.

arma-shop

Mitglied seit: 08.06.2011

Land/PLZ:: Deutschland/49XXX

Postings: 7

Montag, 08. August 2011 09:43:06

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Hallo,

bei der Jagd auf Schwarzwild oder bei einem WIldunfall habe ich immer eine Kurzwaffe dabei.
Ich bin ein Fan von Pistolen (nicht zuletzt aus beruflichen Gründen). Mein Favourit ist eine Glock.
Keine Sicherung, kein Schnick Schnack. Es ist eine immer bereite Gebrauchswaffe, welche einen nie enttäuscht.
Der Abzug hat immer das selbe Gewicht und die Magazinkapazität ist riesig.
Ich führe diese im Kaliber 9x19mm und 45ACP. Die 45ACP ist mir jedoch lieber, da man bei einem so dicken Geschoss nicht unbedingt Zerlegungsgeschosse braucht. Somit kann im Dickicht auch ruhig mal ein Ästchen im Weg sein.

Revolver haben für meinen Geschmack zu wenig Schüsse in der Trommel und das Abzugsgewicht beim Double-Action ist mir zu hoch.

Jedoch muss auch ich nochmal auf Übung hin weisen. Ich sehe leider viele Jäger, welche nicht mit der KW umgehen können.
Sie wird vernachlässigt. Da hilft nur der Schießstand und, wenn möglich, eine vernünftige Ausbildung vom Profi.
Im Fall der nachsuche dient die Kurzwaffe, meiner Meinung nach, ja nicht nur dem Fangschuss, sondern auch der Verteidigung. (Falls die Sau doch noch munter ist) Da sollte der Umgang auf jeden Fall geübt sein.

Gruß an alle

www.arma-shop.de
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Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Dienstag, 09. August 2011 12:10:18

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Ein Revolver hat bei einer Nachsuche zu wenig Schüsse ??? Wenn Du bei annehmendem gefährlichen Wild mehr als zwei Schüsse benötigst, bist Du in der Regel nicht mehr in der Lage, noch einen weiteren Schuss abzugeben. Sollte man so ein schlechter Schütze sein, ist es besser, Nachsuchen einen Fachmann machen zu lassen. Ich habe das mit einer KW ohnehin noch nie nötig gehabt, denn ich benutze bei Nachsuchen auf alle Wildarten der Welt die Langwaffe.
Was für einen Hund hast Du bei Nachsuchen und wieviel hast Du bisher auf noch lebendes Wild mit diesem durchgeführt ?

Gruß und Weidmannsheil

gablerbock

28.25 28.25

Mitglied seit: 05.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 94

Dienstag, 09. August 2011 14:00:54

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Sehe ich genauso. Mein Revolver .357 hat 6 Schuss. Einer sollte davon reichen. Gruss nach Heiligenstadt.

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Dienstag, 09. August 2011 22:26:26

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Gruß zurück. Ich jage nur in Heiligenstadt, wohne aber in Göttingen.

gablerbock

28.25 28.25

Mitglied seit: 05.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 94

Dienstag, 09. August 2011 23:29:31

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Ich wollte Dich nicht als "Eichsfelder" beschimpfen happy

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Mittwoch, 10. August 2011 09:25:23

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Die stehen doch immer im Kreuzworträtsel : Kleines diebisches Völkchen, am Rande des Harzes = Eichsfelder
Oder: Behüt` mich Gott vor Sturm und Wind und allen die vom Eichsfeld sind !

Ich fürchte, wenn ich so weitermache, bekomme ich dort Einreiseverbot....hi,hi,hi
Wenn die in ein paar Wochen Besuch vom Papst bekommen, werden die sich möglicherweise bessern ????????
Für 14000000,- Euro Unkosten für den Besuch könnte man es doch erwarten, oder ?

gablerbock

28.25 28.25

Mitglied seit: 05.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 94

Mittwoch, 10. August 2011 11:55:22

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Stimmt, Ratze kommt ja. Du solltest falls dir nen Hirsch mit Kreuz auf der Stirn kommt besser nicht schießen. Vielleicht segnet er Dir auch dein Revier (Du Glückspilz)

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Donnerstag, 11. August 2011 14:57:33

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Durch die "unheimliche Schnelligkeit" dieses Forums geht leider von mir keine PN raus. Tel. unter 703521

arma-shop

Mitglied seit: 08.06.2011

Land/PLZ:: Deutschland/49XXX

Postings: 7

Montag, 15. August 2011 12:03:59

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Hallo nochmal,

Nachsuchen habe ich schon einige hinter mir. Einen Hund hatte ich jedoch nie dabei und brauchte Ihn bisher nicht.
Liegen sollte die Sau eh nicht erst nach dem zweiten Schuss mit der Kurzwaffe, sondern nach dem ersten mit der Langwaffe.

Dennoch halte ich sechs Schuß für wenig und das Abzugsgewicht ebenfalls zu hoch.
Ich muss jedoch auch zugeben, dass ich Revolver hauptsächlich aufgrund des Abzugs nicht mag.

Eine Pistole ist meiner Meinung nach besser geeignet. Reserve im Magazin, besserer Abzug, etc..

Wie schon in diesem Thema gesagt: Geschmackssache.

Nochmal zu den zwei Schüssen:
Zwei Schüsse oder mehr bedeuten nicht gleich schlechte Treffer.
Im IPSC-Bereich sind Doubletten an der Tagesordnung.

Zu einem dritten Schuss bin ich persönlich immer in der Lage (Training) und ich möchte mal behaupten, dass ich auch noch mehr raus bekommen würde.
Wobei ich es nicht für Sinnvoll und schon gar nicht waidgerecht halte.

Wie seit Ihr denn an der Kurzwaffe ausgebildet?
Ich stehe, nicht zuletzt aus beruflichen Gründen, im Durchschnitt zwei mal die Woche auf dem Stand und trainiere.

Gruß




www.arma-shop.de
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Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Montag, 15. August 2011 23:43:21

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Ich habe in über 40 Jahren hunderte erschwerte Nachsuchen auf wehrhaftes Wild in allen Erdteilen gemacht. Von der Sau in Deutschland bis zu Leopard, Löwe, Büffel, Elefant und einigen Bären.
Wenn Du so sicher bist, mindestens drei gut wirkende Schüsse auf aus der Deckung angreifendes Wild abgeben zu können, bin ich sicher, dass Du ein Theoretiker bist und noch kein annehmendes gefährliches Wild stoppen musstest. Bei Deiner Schilderung komme ich mich sehr an den Jungjägerstammtisch versetzt vor. Da ist auch oft Märchenstunde.
Nur die Aussage, dass Du noch nie einen Hund brauchtest, sagt mir als langjährigem Nachsuchenführer, was das für "Nachsuchen" waren.

arma-shop

Mitglied seit: 08.06.2011

Land/PLZ:: Deutschland/49XXX

Postings: 7

Dienstag, 16. August 2011 10:06:51

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Hallo,
ich persönlich brauchte für "mein" erlegtes Wild bislang keine Nachsuche. In meinen 10 Jagdjahren (ja ist "nur" ein viertel der 40) durfte ich bislang nur für andere nachsuchen.
Ich denke jedoch, dass ich bei deinen beschrieben Wildarten ohnehin die Entfernung und daher die Langwaffe zum Fangschuss mit wesentlich mehr Energie bevorzugen würde.

Da du mehr über Jagdjahre etc. sprichst, gehe ich mal von keiner Ausbildung mit der Kurzwaffe aus.

Aber ich denke, das hier hat auch nichts mehr mit dem eigentlichen Thema dieses Posts zu tun.

WMH

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Huntingmaster

Mitglied seit: 17.05.2011

Land/PLZ:: /

Postings: 9

Dienstag, 16. August 2011 10:08:10

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Teckelfan

19.75

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 79

Dienstag, 16. August 2011 14:42:44

Re: Kurzwaffe zur Nachsuche von Rehwild und Schwarzwild

Ich war gute 2 Jahrzehnte Sportschütze, habe aber Kurzwaffe nur halbherzig nebenbei geschossen. Ich habe mich vor langen Jahren schon im Selbstverteidigungsschießen von einem befreundeten Polizeiausbilder schulen lassen, weil ich in einigen Ländern dieser Erde nicht selten in bedrohliche Situationen kam. Dabei meine ich aber nicht den Einsatz der Waffe gegen Tiere.
Für den "tierischen" Bereich habe ich mich aber immer auf eine LW mit mehrfacher Energie verlassen, als es die stärkste KW erbringen kann.

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