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Hochschuß im Gebirge?!

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nighthunter

13.05

Mitglied seit: 29.05.2007

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 44

Sonntag, 17. April 2011 18:38:06

Hochschuß im Gebirge?!

Hallo,

wenn ich meine 7x64 ins Gebirge mitnehmen, wie verhält es sich dann mit der Treffpunktlage. Die Waffe ist mit 4cm Hochschuß im Flachland auf 100m eingeschossen.

Wenn ich jetzt auf Gams auf 2.000m und mehr jage und dabei noch steil hoch schieße, wie weit muß man dann drüber oder drunter halten, wenn die Gams so 200m entfernt steht? Gleichen sich die gegenseitigen Einflüsse aus ? Luftwiederstand, längere Flugbahn, etc.

Danke

Nighthunter

Eduard56

96.75 96.75 96.75

Mitglied seit: 30.03.2010

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 348

Sonntag, 17. April 2011 20:12:26

Re: Hochschuß im Gebirge?!

Ich hab meine Waffen immer neu eingeschossen, wenn ich eine längere Reise machte und dann noch die Höhe über Null geändert habe. Ich kann dir aber nicht mehr sagen, wieviel es ausmachte. Tip von mir: Nimm reichlich Ammo mit, weil im Gebirge immer wieder Kontrollschüße gemacht werden müssen, weil man mal anschlägt oder fällt. Ich hatte schon mal nen Gast in Canada, der zum Einschießen 7 Schuß brauchte (er wollt sich ja nicht helfen lassen) 2x Kontrollschießen + Korrektur mit je 3-4 Patronen und da war seine angebrochene 20er Schachtel leer. Es war schwer in Canada sein deutsches Kaliber zu bekommen. Zum Glück konnte der Büchsenmacher im Ort ihm einige nachladen, weil er eine passende Matritze hatte.
Wenn du steil nach oben schießt, dann denk dran, daß der Abstand Augenbraue - Zielfernrohr sich verlürzt. Beim Schuß teilweise bis auf den Knochen. Und die Augenbraue blutet wie Teufel. Mehrmals schon gesehen und einmal selbst erlebt.

Mäx88

25.25 25.25

Mitglied seit: 22.09.2010

Land/PLZ:: Deutschland/26XXX

Postings: 85

Sonntag, 17. April 2011 21:53:51

Re: Hochschuß im Gebirge?!

Schießt du im Gebirge rauf oder runter, halte immer 4cm drunter.
War son Satz von meinem Opa.
Am besten wirds schon sein wenn du da ein paar Probeschüsse machst.
Die meisten Jagdführer werden dich ohne Probeschießen auch nicht auf die Gams loslassen, außer sie wollen nur Geld machen.

Eduard56

96.75 96.75 96.75

Mitglied seit: 30.03.2010

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 348

Montag, 18. April 2011 10:50:43

Re: Hochschuß im Gebirge?!

4 cm ist ein Wert, der im Schnitt hinhauen kann. Wenn die Waffe, wie die meisten, schon mit 4 cm Hochschuß eingeschossen ist geht dann natürlich alles durcheinander. Wo geht es dann bei 200 oder 300 Meter (im Hochgebirge normale Schußweite) hin? Es bleibt einem nichts anderes übrig, wie neu einschießen. Und macht ruhig auch mal Testschüße auf 200, 300, 400 und 500 Meter. Es ist zwar unwahrscheinlich, daß man auf 400-500 Meter schießt, aber es gibt einem ein gutes Gefühl auf 300 zu schießen, wenn man auf 500 auch den Eimer getroffen hat. Für diese Schüsse ist ein Zweibein, welches an der Riemenhalterung montiert wird (gibt es bei allen Versendern), von großem Nutzen.
Ich würde vor einer Jagdreise auch ruhig mal 100-200 Schuß mit der Dicken trainieren. Dafür ist selbstgeladene Mun gut. Man verzeiht sich nie, wenn aus aus Geiz oder Bequemlichkeit ein Stück verloren hat und es dann noch bezahlen muß.

Teckelfan

21 21

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 84

Montag, 18. April 2011 13:21:48

Re: Hochschuß im Gebirge?!

Ich habe vor einigen Jahrzehnten angefangen, in allen Erdteilen auf eigene Faust ohne Profijagdführer zu jagen. Die Bergjagd war eine meiner größten Freuden. Natürlich habe ich damals weder Entfernungsmesser noch Spezialzielfernrohre gehabt. Dafür konnte ich aber reichlich Erfahrungen sammeln.
Grundsätzlich schoss ich meine Waffen für Berg- und Steppenjagd mit 10-12cm Hochschuss ein. Bei Wildgrößen ab Rehwild und erst recht auf Gams ist der Schuß auch auf kürzere Entfernung dann immmer noch im absolut tödlichen Bereich. Bei Höhen bis etwa 2500 - 3000m (je nach Kaliber) ist der Unterschied der Geschossflugbahn zum Flachland so gut wie nicht zu bemerken. Bei relativ horizontalen Schüssen auf größere Entfernungen ist die Seitenwindabweichung erheblich wichtiger, als die Höhe.
Bei Schüssen steil bergauf oder bergab ist eine Kombination Höhenmesser, Windmesser, Winkelmesser, Entfernungsmesser und Haltepunkttabelle (Taschencomputer) von großem Nutzen. Heute lassen moderne Ausrüstungen bei der Bergjagd auf größeres Wild wie Steinbock und Wildschafe, Schüsse bis 500m zu. Es benötigt auf solche Entfernung natürlich die genügende Zeit der Vorbereitung für einen sicheren Schuß. Oft steht ein Rudel oder ein einzelnes Stück längere Zeit etwa an der selben Stelle. Dann kann man mit entsprechenden Geräten, wozu auch ein echtes Weitschusskaliber gehört, sein Bergwild sehr genau beschießen.

Eduard56

96.75 96.75 96.75

Mitglied seit: 30.03.2010

Land/PLZ:: Deutschland/

Postings: 348

Donnerstag, 21. April 2011 13:01:41

Re: Hochschuß im Gebirge?!

Wenn du deine Waffe mit 10-12 cm Hochschuß eingeschoßen hast, hast du dann mal getestet, wo die Schüsse bei 200, 300, 400 Meter lagen. Ich würde sie immer im Gebirge wie im Flachland mit 4cm hoch einschießen. Das bedeutet, daß ich die im Münsterland eingeschossene Waffe in den Rockies 3-4 runterdrehen muß und liege dann bei 200 Meter noch Fleck mit der .375 H&H mit 235 grs Geschoß. Bei 12 cm hoch müßte sie ja rein rechnerisch noch bei 200 Meter steigend sein. Das bedeutet ungefähr 15 hoch. Bei steil hoch oder steil bergab könnte das schon (da du ja mehr den Rücken oder den Bauch als Zielberich hast) von oben nen Krellschuß oder ein knappes vorbei sein.
Ich weiß, daß die Flugbahn auf große Entfernungen im Gebirge gestreckter ist und bei extremer Weite nicht soviel fällt, wie die balistischen Daten sagen. Wir haben in Canada oft auf Bierdosen auf große Entfernungen geschoßen, konnten dann aber nicht genau sagen, ob die Dose durch direkten Treffer oder Abpraller von der Straße umfiel. Bei Schotterpisten konnte auch aufspritzender Schotter den Treffer vorgaukeln.
Ob man unbedingt all die technischen Hilfsmittel inklusiv Laptop und Balistikprogramm brauch, stell ich in Frage. Ich habe mich schon auf der letzten "Wild & Hund in DO gefragt, ob ein Jäger unbedingt all diese Technik braucht. Ich hab oft nur meine Waffe mit Zielfernrohr und Ersatzammo mitgeführt. Die Entfernung wurde zusammen mit dem Guide geschätzt, wobei wir meistens gleich lagen. Wind auf eine Schußentfernung von 200-400 Meter einschätzen kann man eh nicht, weil er oft auf dieser Strecke unterschiedlich weht. Beim Schützen von links, mittendrin Aufwind und am anderen Hang von rechts. Das sagen Biathleten schon oft auf der 50 Meter Bahn. Man sieht es da auch an den Fähnchen.
In welchen Ländern ist Hochgebirgsjagd denn noch ohne Führer erlaubt? Mir fällt momentan keins ein.

Teckelfan

21 21

Mitglied seit: 26.07.2010

Land/PLZ:: Deutschland/37XXX

Postings: 84

Freitag, 22. April 2011 11:09:54

Re: Hochschuß im Gebirge?!

Zu den Fragen:
Ich habe bereits vor drei Jahrzehnten Treffpunktlagen der Waffen im Hochgebirge mit Anschußscheiben getestet. Da konnte ich im Gegensatz zu Bierdosen auf Schotter sehr genaue Ergebnisse und Erkenntnisse erzielen. Die damals gemachten Erfahrungen ohne technische Hilfsmittel haben mir zu vielen Jagderfolgen weltweit verholfen. Bei 4cm Hochschuss muss ich mir bei Standardkalibern teilweise bereits ab 220m Gedanken über die Treffpunktlage machen.
Steile Winkelschüsse sind immer anders zu bewerten. Ohne technische Hilfsmittel erfordern sie gute ballistische Kenntnisse und reichlich Erfahrung.
Du kannst heute noch problemlos ohne Führer in Neuseeland in den Alpen jagen, was ich gerne auf Gams und Thar gemacht habe. In NSL ist die Jagd auf Schalenwild ganzjährig auf Staatsland ohne Beschränkung auch für Ausländer fast kostenlos möglich ! Früher in den 80er Jahren habe ich in Persien, Ostanatolien, Südafrika, Algerien aber auch auf Privatland in Nordamerika in den Bergen auf eigene Faust mit guten Beziehungen ohne Führer gejagd.

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