|
Autor
|
Nachricht
|
|
rüdemann
Mitglied seit: 02.10.2007
Land/PLZ:: Deutschland/
Postings: 18
|
Freitag, 18. März 2011 17:30:49
Großflächige Einzäunungen - Reduktion des Pachtpreises möglich?
Hallo,
bei unserer Wald- (50 ha) und Feldjagd (100 ha) gab es vor 3 Jahren eine erneute Verpachtung, wo wir das Revier wieder erhalten haben. Jetzt hat die Gemeinde (Mit-Verpächter neben etlichen Landwirten) ihr komplettes Gebiet (8 ha Wald) eingezäunt und uns aufgefordert, das darin eingeschlossene Rehwild zu erlegen. Dazu habe ich nun ein paar Fragen:
1) müssen wir das Wild im Zaun erlegen?
2) können wir rechtlich eine Pachtminderung forder?
3) oder sind wir hier mal wieder der "De**" und müssen alle Lasten tragen?
Wir werden versuchen, das Thema sachlich zu lösen. Wollte aber gerne mal die rechtliche Seite vorab verstehen!
Danke für Eure Rückmeldungen
************************************************ Zeit für die Jagd im Wald. Es ist Winter und kalt, vereist und verschneit, nur Spuren im Wind. Zeiten aus denen Geschichten sind, im moorigen Grund ein dunkles Rund, Heide und Holz Bruch, Wiesen und Felder verschwiegene Zeit, Träumen der Wälder
|
|
Eduard56
Mitglied seit: 30.03.2010
Land/PLZ:: Deutschland/
Postings: 348
|
Freitag, 18. März 2011 18:12:18
Re: Großflächige Einzäunungen - Reduktion des Pachtpreises möglich?
So weit wie ich weiß, ist eine Erlegung nur mit Genehmigung der unteren Jagdbehörde erlaubt. Der Gemeinde steht es aber frei auf eigene Kosten das Wild aus dem Berich zu jagen. Zaun öffnen, breite Treiberwehr und notfalls mehrfach treiben. Dann kann man eine Herausnahme der Fläche aus der Jagd bei der Jagdbehörde beantragen. Wir hatten mal nen Bauern, der zäunte alles ein für Gänse, bekam dann aber nach Entscheidung der Jagdbehörde auch keine Pacht mehr für die Fläche.
Setzt euch mit dem Kreisjagdberater zusammen. Eventuell bietet an, daß, wenn die Gemeinde 80-90% des Wildes rausgetrieben hat, daß ihr dann den Rest im schlimmsten Fall erlegt, falls jagdbar. *gg*
|
|
CSchmidt
Mitglied seit: 23.03.2011
Land/PLZ:: /
Postings: 5
|
Mittwoch, 23. März 2011 00:20:26
Re: Großflächige Einzäunungen - Reduktion des Pachtpreises möglich?
Warum wurde die Fläche eingezäunt? Es muss nicht unbedingt sein, dass das aus der bejagdbaren Fläche rausgenommen werden kann. Wir haben ein vergleichbares Problem. Nur sind bei uns von fast 500 ha knapp 70 ha wegen Weihnachtsbaumkulturen eingezäunt. Laut Förster und Behörde zählen auch diese Flaechen zur bejagdbaren. Abschussverpflichtung besteht m.E. nicht. Diejenigen die Gattern muessen dafür Sorge tragen, das das Wild aus dem Gatter kommt.
|
|
Eduard56
Mitglied seit: 30.03.2010
Land/PLZ:: Deutschland/
Postings: 348
|
Mittwoch, 23. März 2011 07:53:55
Re: Großflächige Einzäunungen - Reduktion des Pachtpreises möglich?
Es liegt an der Höhe des Zauns und an der bejagbarkeit. Ist der Zaun so hoch wie ein Weidezaun, so daß das Treiben in direkter Linie über die Fläche gehen kann und gleichzeitig dem Wild als Deckung gilt, dann hat man keine Chance. Wenn aber sogar das vorhandene Wild rausgetrieben oder komplett erlegt wird, dann ist klar zu erkennen, daß dort keine freie Jagd mehr möglich ist, weil ja auch kein Wild mehr einwechseln kann und der Jäger diese Fläache auch schlecht (vielleicht durch ein Tor) betreten kann.
Bei uns war es wegen der Gänsefarm folgendermaßen. Die ganzen Monate der Jagdzeit, von Mai bis Weihnachten waren die Gänse draußen. Ab September war nur noch Matsch in den Ausläufen, so daß weder Äsung noch Deckung vorhanden war. Außerdem war der äußere Zaun 1,80 hoch und die Gänse schußsensibel.
Diese Gründe ergaben die Herausnahme aus der Jagdfläche.
Mit den Weihnachtsbaumkulturen werdet ihr sehen, daß zumindest im Niederwildrevier diese Flächen sehr gut zu bejagen sind und Deckung fürs Niederwild geben. Bei Rehwild weiß ich, daß sie die Flächen und besonders die ersten Kahlflächen durch Herausnahme der ersten Bäume (Verkauf der Weihnachtsbäume geht ja oft über Jahre) lieben, weil sie dort auch tagsüber Deckung und Ruhe haben. Vielleicht baut ihr sogar demnächst am Rand der Schonung einen Hocksitz um das Rehwild zu bejagen und dem Plantagenbesitzer vor hohem Schaden zu bewaren. Wie hoch ist der Zaun rundherum?
|
|
CSchmidt
Mitglied seit: 23.03.2011
Land/PLZ:: /
Postings: 5
|
Mittwoch, 23. März 2011 23:14:53
Re: Großflächige Einzäunungen - Reduktion des Pachtpreises möglich?
Wir haben diese Kulturen seit nun fast 6 Jahren. Mittlerweile sind es ueber 60 Stueck. Man kann bei einer Gatterhoehe von 1.80 nicht von Vorteilen für die Jagd reden. Die Gatter sind für
das Wild, Rotwild ausgenommen, nicht betretbar. Alte Wechsel sind unterbrochen und unser Rotwild ist nun Wechsel- statt Standwild. Paradox, aber da wuenscht man sich bald Maisflächen. Dagegen kann man zumindest etwas tun. Nach fast 53 Jahren Pacht ueberlegen wir wirklich, das Revier nochmal für 8 Jahre zu pachten.
|
|
rüdemann
Mitglied seit: 02.10.2007
Land/PLZ:: Deutschland/
Postings: 18
|
Donnerstag, 24. März 2011 07:58:15
Re: Großflächige Einzäunungen - Reduktion des Pachtpreises möglich?
Interessant - das hilft mir schon mal wieter. Mal schauen, wie weit ich mit konstruktiver Diskussion komme .
************************************************ Zeit für die Jagd im Wald. Es ist Winter und kalt, vereist und verschneit, nur Spuren im Wind. Zeiten aus denen Geschichten sind, im moorigen Grund ein dunkles Rund, Heide und Holz Bruch, Wiesen und Felder verschwiegene Zeit, Träumen der Wälder
|