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C&R
Mitglied seit: 24.06.2007
Land/PLZ:: Deutschland/82XXX
Postings: 495
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Sonntag, 30. Januar 2011 15:07:49
Geruchsneutralisierende Kleidung für die Jagd
Hallo,
habe von einem bekannten eine Werbe-DVD von einem spanischen Unternehmen erhalten (siehe Bild), das Werbung für geruchsneutralisierende Kleidung macht. Der Name der Kleidung ist Phantom >> und die angegebene Webadresse lautet Link nur für registrierte und angemeldete Mitglieder sichtbar. Auf der Adresse kommt aber leider nichts mehr und auch sonst bietet Google keine Treffer.
Die DVD ist der Hammer. Dort zieht ein Jäger den Anzug an und legt sich praktisch unter einen Busch mitten an der Kirrung. Nach einer Weile ist er von Sauen und Rotwild umgeben, die nichts merken, bis er aufsteht!
Ich bin mir nicht sicher, ob das alles echt ist - vor allem, weil die Firma scheinbar nicht mehr existiert. Was haltet Ihr von geruchsneutralisierender Kleidung? Gibt es so etwas wirklich? Wie gut sind solche SacheN?
_____________________________________ JÄGER - ANGLER - FLIEGENFISCHER
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Eduard56
Mitglied seit: 30.03.2010
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Sonntag, 30. Januar 2011 16:11:48
Re: Geruchsneutralisierende Kleidung für die Jagd
Da hab ich meine Zweifel dran. Ich habe nur gemerkt, daß man, wenn man 5-7 Tage in der Natur war und sich morgends nur mit Bachwasser waschen konnte, größere Chancen beim Anpirschen hatte. Wenn man dann aber einen Abend in der Stadt war und ausgiebig geduscht hatte und auch eine Rasur mit anschließendem Duftwässerchen (darauf steht das "Wild" in der Stadt), man in den Bergen wieder größere Probleme hatte.
Und wie soll der Anzug funktionieren? Luftsicht abgeschlossen? Da würde man selbst beim Einsteigen wieder Duft am Anzug hinterlassen. Wie oft merkt man, daß Fallen erst nach 3 Tagen nach dem neu aufstellen wieder fangen. Deshalb macht man ja auch Zeichen, die einem auf Entfernung anzeigen, ob die Falle offen oder zu ist. Die Augen des Wildes kann man täuschen in dem man Tarnkleidung anzieht, obwohl viele behaupten, daß Wild auch kein rot oder orange erkennt. Das Gehör kann man durch weiche Sohlen und vorsichtiges Auftreten austricksen, aber den Geruch bezweifel ich. Man kann seinen Menschengeruch dämpfen, indem man Seife und Duftwasser meidet, aber ganz abdecken glaub ich nicht.
Vielleicht könnte man sich mit einem Geruch tarnen (Wölfe rollen sich in der Losung ihrer Beutetiere), aber Textil läßt Gerüche nicht verschwinden.
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C&R
Mitglied seit: 24.06.2007
Land/PLZ:: Deutschland/82XXX
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Sonntag, 30. Januar 2011 17:49:09
Re: Geruchsneutralisierende Kleidung für die Jagd
Auf dem Bild sieht man ja die Kleidung. Sie ist NICHT Luftdicht. LAut Angabe des Herstellers "absorbiert / neutralisiert" sie den Geruch.
_____________________________________ JÄGER - ANGLER - FLIEGENFISCHER
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Eduard56
Mitglied seit: 30.03.2010
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Sonntag, 30. Januar 2011 18:13:03
Re: Geruchsneutralisierende Kleidung für die Jagd
Und weil sie so gut ist läuft die Internetadresse nicht mehr? Zumindest hab ich berechtigte Zweifel.
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Lobo51
Mitglied seit: 31.01.2011
Land/PLZ:: Deutschland/35XXX
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Montag, 31. Januar 2011 23:05:40
Re: Geruchsneutralisierende Kleidung für die Jagd
Wie haben bisher eigentlich die Jäger in Deutschland ganz stattliche Strecken erzielt, sowohl beim Schalenwird als auch bei Wildtauben, -enten usw. - ohne "geruchsneutralisierende" Bekleidung, ohne Tarnanzug im Militär- oder Terroristenlook (mit Gesichtsmaske), ohne Wildkameras und Wlldwecker, ohne Absehenschnellverstellung, Entfernungsmesser, Geradezugverschluss, Halbtautomat, Leuchtabsehen, Pseudo-Lockmittel und Pheromone etc. pp.? Haben sie etwa einfach ihr jagdliches Handwerk besser beherrscht? Drängen sich jetzt vielleicht in der Jagd gleich scharenweise Stümper in den Vordergrund? -
Eins steht jedenfalls für mich fest: Ein Übermaß an Technik soll in der Jagd in der Regel das eigene handwerkliche Unvermögen - und die fehlende Zeit - ausgleichen. Der schnelle "Erfolg" ohne besondere Anstrengung steht im Vordergrund, nicht eine "waidgerechtere" Jagdausübung.
Es wird höchste Zeit, den "verstaubten" Begriff "Jagdhandwerk" durch "Jagdtechnik" zu ersetzen. Analog zum Forsttechniker, zu dem der Beruf des Försters mutiert ist, gibt es bald keine Jäger mehr, sondern nur noch ethikfreie "Jagdtechniker". Aber diese versagen schon gnadenlos, wenn es nur darum geht, die ausufernden Schwarzwildbestände einzudämmen.
Lobo
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Eduard56
Mitglied seit: 30.03.2010
Land/PLZ:: Deutschland/
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Dienstag, 01. Februar 2011 08:15:17
Re: Geruchsneutralisierende Kleidung für die Jagd
Mir fällt gerade ein Vergleich mit einem Autoforum auf:
Darin beschweren sich jede Menge Leute, daß die Autos immer schlechter werden bei Fahrten im Winter. Da hab ich auch gefragt, wie wir das früher gemacht haben, wo wir ohne Servolenkung, Bremskraftverstärker, ABS, ASR, ESP, ohne moderne Winterreifen fahren mußten. Wir kamen auch an und das Chaos auf den Straßen war selbst im Katastrophenwinter 78/79 nicht so schlimm. Waren wir besser?
Oder der große Bereich Computer. Wir hatten unsere Mathematik im Kopf und brauchten nur für größere Zahlen nen Schmierzettel. Wir schrieben unsere Briefe fehlerfrei (seit der Rechtschreibreform weiß ich manchmal aber nicht mehr was richtig ist) und hatten ein gutes Allgemeinwissen. Heute schreiben Absolventen der höheren Handelsschule beim Einstellungstest Diktate mit 15 und mehr Fehlern auf einer Seite. Verdummen wir bei derganzen Technik??
Bei der Jagd sehe ich es etwas anders. Erstens ist jeder Mann ein bißchen Kind und beim Jäger sind die Waffen Spielzeug und Prestigeobjekt. Da wird man schon mal verführt mehr Waffen und mehr Technik im Schrank zu haben, als man wirklich braucht. Man würd sich einen Drillig kaufen und hätte von der Entenjagd bis zum Bockabschuß alles in einer Waffe. Aber wir reden uns ja selbst ein, daß es für den neuen Zweck auch ein anderes Kaliber sein muß oder eine neue Optik. Zweitens machen heute viele Leute ihren Jagdschein erst nach der Mitgliedschaft im Golfclub. Und wenn man bis 45 noch nie im Wald war und die Eiche nicht vom Ahorn unterscheiden kann, dann ist das Wissen niedriger, wie bei denen früher, die schon mit 13 Vater beim Füttern helfen mußten. Viele Jungjäger in dem Alter glauben auch nicht, daß sie absolute Greehorns sind, wenn sie den Schein in der Tasche haben. Man hat ja im Beruf ein Ansehen und das muß reichen. Wer sich aber nicht weiterbildet und auch regelmäßig den Umgang mit der Waffe übt, der ist nur ein Risiko. Wem das Outfit wichtiger ist als die Nachsuche des von ihm krankgeschossenen Hasen (warum nachsuchen, den will doch eh niemand fressen), der hat nichts auf der Jagd zu suchen. Hübscher anzusehen sind die Teilnehmer der Jagden heute ja (wie direkt aus dem Frankoniakatalog) aber mir gefielen die besser, deren Lederhose und Jagdjoppe derbe Gebrauchsspuren hatten, weil sie sich für keinen Job zu fein waren.
Ich geh davon aus, daß die meisten hier im Forum zum alten Stil gehören (die anderen fühlen sich eh nicht angesprochen *gg*) und wünsch deshalb allen Waidmannsheil
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