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Eduard56
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Samstag, 05. Juni 2010 22:27:04
Frühjahrsjagd in BC auf Bär und Wolf
Ist schon ein paar Jahre her (1990), da war ich mit einem Bekannten zusammen in einem Revier zwischen Prince George und Jasper. Wir jagden jeweils 2 Jäger/ 1 Guide eine Woche lang. Auf dem Bild (auf alt getrimmt) sieht man die Strecke von 4 Jägern. Es sind 6 Schwarzbären, 1 Grizzly und ein Wolf. Ich hatte das Glück, daß ich einen Blacky, den Grizz und Wolf auf mein Konto schreiben konnte. Ich führe eine Sako Fiberglass mit einem Zeiss 3-9fach aus der US-Serie. Ich benutze immer die 235 grs = ca. 16 Gramm Geschoße. Alles Wild liegt spätestens ein paar Fluchten vom Anschuß. Ob Elch oder Bär und selbst kleine Whitetails können damit sauber erlegt werden.
Man sollte in Canada nicht unter 300 Win Mag jagen. Eine Reserve Richtung 375 oder 458 ist auch nie verkehrt. Und man sollte vorm Urlaub Schießen auf große Entfernungen und auch auf die laufende Scheibe machen. Selbst ein Übungsumfang von 400 Schuß rechnet sich immer. Falls der Führer einen nämlich auf Schußweite an das Wild führt und man dann trotz ausreichender Zeit vorbeischießt, dann wird zwar weitergejagt, aber die Prämie ist fällig, weil der Guide seinen Job gemacht hat. Wenn man dann Glück hat, nutzt man die 2. Chance. Wenn man Pech hat, dann hat man wegen mangelnder Praxis 4000$ in den Wind geschossen. Da kann man dann besser solange üben, bis die waffe wie ein eigenes Körperteil ist. Entfernungen bis 300 Meter sind möglich, aber auch Bär auf 10 Meter. Falls mal jemand Fragen zur besten Ausrüstung hat, ich bin gern behilflich.
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brugg
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Sonntag, 06. Juni 2010 08:36:06
Re: Frühjahrsjagd in BC auf Bär und Wolf
Eduard - ist dem wirklich so, dass man die komplette Prämie bezahlen muss, wenn man vorbeischießt? Was macht dann der Guide, wenn der Kunde einfach nicht schießt oder wartet, bis er 50 Meter nah dran ist?
Mit dem Üben gebe ich Dir aber Recht. Vor allem, wenn man mit den großen Kalibern auch mal weit schiessen muss (200m und mehr), weil die dann ja stark abfallen, oder?
Brugg
_____________ "Wer Erfolg haben will, muß raus in den Wald! An das Bett kommen die Sauen nicht" - Zitat eines erfahrenen Jägers :-)
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Eduard56
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Sonntag, 06. Juni 2010 10:42:43
Re: Frühjahrsjagd in BC auf Bär und Wolf
Es gibt verschiedene Jagdvereinbarungen.
1. Jagd auf 1-2 vorher festgelegte Tierarten, inkl. Führer, Verplegung, Fahrzeuge, usw. Bei dieser Jagd fällt der Komplettpreis an, auch wenn man keinen Erfolg hat, weil die Kosten für den outfitter ja angefallen sind.
2. Jagd auf alle vorkommenden Wildarten (Elch, Whitetail, Grizz, Blacky, Wolf, Wolverine, Goat). Komplettpreis mit der guten Möglichkeit auf 3-4 der möglichen Trophäen. Nachteil, daß man alle Tags vorher bei der Behörde kaufen muß, Vorteil, daß man nicht den guten Elch ziehen lassen muß, weil man kein Tag hat. Ist in den meisten Fällen die günstigste Chance auf mehr Jagderfolg als bei 1, weil man meistens das sonst sieht, was man nicht jagen darf. Ist natürlich auch für den Outfitter teurer, weil er nicht von einem Camp jagen kann, sondern die Gebiete wechseln muß, weil die verschiedenen Arten verschiedene Biotope bevorzugen. Hochgebirge ist mit Kosten verbunden, weil alles eingeflogen werden muß, oder vorher schon mit Pferden hochgebracht wird.
Wenn man 3 von den 6 Arten erlegt, ist es billiger wie einzeln auf jede zu jagen.
3. Jagd mit Grundpreis für die Führung, Verpflegung und Nebenkosten. Zusätzlich Abschußprämien bei Erfolg. Hat den Vorteil, daß man geringe Kosten hat, wenn das Wetter die Jagd ruiniert, oder wenn der Jäger einsehen muß, daß er absolut nicht fit genug ist, um überhaupt in die Nähe des Wildes zu kommen. Dabei steht oft im Vertrag, daß die Prämie fällig wird, wenn der Guide den Jäger auf Schußentfernung an das Wild gebracht hat und das Wild lang genug gestanden hat, um es zu erlegen. Dabei sind Schüsse bis 200 Meter zu akzeptieren. Der Führer jagt dann zwar auch bis zum Jagdende weiter, um doch noch die Trophäe zu bekommen, aber er hatte ja seine Aufgabe erfüllt und auch alle Kosten vorfinanziert. Ich hab mal einen Jäger gesehen, der wollte eine Schneeziege. Man mußte ihn mit dem Pferd bis fast auf den Berg bringen, dort eine Nacht übernachten, dann Jagd, wieder übernachten und zurück. Er war körperlich nicht fähig diese Tour auf eigenen Beinen in einem Tag zu machen, was möglich ist. Dann weigerte er sich über 100 Meter zu schießen, wegen der waidgerechtigkeit. Dabei hätte er wegen seiner schlechten Kondition zumindest ein Scharfschütze sein müssen und auch auf 350 Meter schießen können. Wobei der Preis 1000$ Basis + 2000$ bei Erfolg damals billiger war, wie die 4000$ fest, die die meisten damals verlangten.
Es gibt immer wieder Reviere, die entschieden billiger sind, wie der Durchschnitt. Es kann dran liegen, daß sie a. neu sind und erst einen Namen aufbauen,
b. mit einem geringen Luxus arbeiten (1Lodge und sonst nur Zelte, ohne Flugzeug oder Schnellboote) und dadurch geringe Kosten haben oder c. ihre mangelnde Erfahrung und Erfolg mit kleinen Preisen übertünchen.
Da bei einer Reise (Canada, Alaska, Yukon) beide Vertragspartner sich erst bei Ankunft kennenlernen, sollten sich beide absicher.
Der Jäger sollte sich bei "Guides & Outfitter of BC" oder erfolgreichen Jägern der Vorjahre erkundigen und der Outfitter muß auch zusehen, daß er sein Geld verdient, wenn der Jäger 180 Kg wiegt und nicht schießen kann. Der Outfitter hat nämlich nur eine gewisse Anzahl der begehrten Abschüsse (Schaf, Goat, Grizzly) und nur eine kurze Zeit um sein Jahreseinkomme zu sichern. In manchen Gebieten ist die Jagdzeit auf die selteneren Trophäen nur einen Monat. Und die Führer bekommen auch Lohn, Nahrung, Fahrzeuge bezahlt und das auch, wenn sie nichts machen.
Wer aber einen guten Outfitter gefunden hat und unbeschwert ans Jagen geht, der wird ein tolles Naturerlebnis mit sicherem Jagderfolg haben. Aber Canada ist ein "Rough country for tough guys" (Hartes Land für harte Jungs), da sollte der Jäger seine Kondition und Fähigkeiten bestmöglich vorbereiten.
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Eduard56
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Sonntag, 06. Juni 2010 10:51:27
Re: Frühjahrsjagd in BC auf Bär und Wolf
PS: Mit dem Abfallen der Geschoße ist nicht so schlimm, wie die Literatur oft vorgibt. Ich schieß eine selbstgeladene .375 H&H mit ca 16 Gramm und Höchstladung. Da mach ich mir bis 200 Meter keinen großen Kopf und schieß oberhalb des Herzens. Bei den Großtieren ist die sichere Trefferfläche 30 - 50 cm Durchmesser, also viel größer wie hier beim Reh. Ich bleib da normalerweise immer im 10 cm Fleck. Im Hochgebirge ist die Flugbahn auch gestreckter wegen der Luft. Deshalb wird öfter auch ein Kontrollschuß gemacht. Und bringt gut Munition mit, weil man öfter neu einschießen muß, weil man gefallen ist oder irgendwo angeschlagen hat. Und die Canadier mögen Competition. Da wird schon mal eine Scheibe oder Bierdose aufgestellt, um um nen Kasten Bier zu schießen.
PS: Bier und Zigaretten gehören nicht zur Verpflegung, die muß der Jäger selbst besorgen.
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brugg
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Sonntag, 06. Juni 2010 18:13:42
Re: Frühjahrsjagd in BC auf Bär und Wolf
WOW - Danke für die ausführliche Antwort. Jetzt hast Du mich angesteckt. Canada muß glaube ich schon mal sein, hört sich ja sehr spannend an, echte Jagd eben und das noch auf wehrhaftes Wild"
Was sind denn die wesentlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen: Yukon, BC, Westküste ... oder doch Ostküste und ist Canada besser als Alaska?
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Eduard56
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Sonntag, 06. Juni 2010 18:33:25
Re: Frühjahrsjagd in BC auf Bär und Wolf
BC hat den Vorteil, daß man meistens mit Flugverbindung an den Treffpunkt (Prince George, Dawson, Chetwynd)kommt und von dort mit dem Wagen bis ins Gebiet fährt. Yukon und Alaska hat oft eine längere teurere Anreise mit Boot, Flugzeug, Jeep. Alle Regionen haben Teile der Rockies. Das ist anstrengender, aber hat auch die größere Wildauswahl. Ostküste ist da nicht so interessant.
Alaska und BC gehen ja fließend über, wobei man in BC auch schneller mal im Notfall wieder in der Zivilisation ist. Notfall kann Waffenschaden sein oder auch eigener Schaden. Ich hab ein paar Bilder auf Google Earth Link nur für registrierte und angemeldete Mitglieder sichtbar hinterlegt.
Biotopmäßig wechselt es in BC von Wüste, Tundra, Hochwälder, Baumgrenzregion, Hochgebirge bis Gletscher. Teilweise 4 verschiedene Biotope in einem Revier. Die schönste Zeit ist der Indian Summer im Sept/Oktober, wobei im Oktober schon Nachtfröste und je nach Region auch Schnee kommt.
Falls jemand Infos braucht, entweder "Guides and Outfitter" oder PN an mich.
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